Am 30. Januar konnten wir endlich wieder losfahren. Zwar war es windig, aber das war uns egal. Die Sonne schien und wir mussten einfach Mal wieder fahren!
Es wurde eine kleine Tour ins Hinterland. Wir fuhren von Val d´Ebo aus hinauf zum Mirador del Xap. Schon seit geraumer Zeit ist die Zufahrt zum Aussichtspunkt von Beniali aus gesperrt. Dort war eine Gesteinslawine herunter gekommen und hat die Strasse komplett verschüttet. Leider mussten wir oben feststellen, dass der Weg immer noch gesperrt ist. Wir konnten also nicht auf der anderen Seite wieder hinunter fahren.



Über Facebook hatten wir eine kleine, bunte Truppe ausfindig gemacht, die Mitfahrer suchen. Die Roadrunners Costa Blanca bestehen aus einem bunten Mischmasch aus Europa. Norwegen, Schweden, Niederlande, Belgien, Litauen, Großbritannien ist in der Gruppe vertreten. Nun haben wir den deutschen Part übernommen. 😂
Die erste Tour musste wegen des schlechten Wetters leider ausfallen. Am 01. Februar trafen wir uns dann endlich. Kurt, der Belgier, hatte eine Tour mit Wanderung ausgearbeitet. Von Benidorm fuhren wir zu sechst nach Relleu zum Pasarela de Relleu. Hierbei handelt es sich um eine hölzerne Steganlage, die in 60m Höhe an den Felswänden der Amadorio- Schlucht befestigt ist und zur alten Staumauer am Ende der Schlucht führt.
Ausgangspunkt ist das Kassenhäuschen. Für 3,50€ pro Person Eintritt bekommt man ein Häubchen und einen Helm. Dieser MUSS getragen werden. Einen kleinen, deutschen Bericht aus dem vorletzten Jahr über die Anlage gibt es in den Costa Blanca Nachrichten.
Der Steg ist an manchen Stellen sehr eng und die Felswände rangen z.T. in den Weg hinein. Hier wird auch klar, warum man einen Helm tragen muss. Als Begrenzung zur Schlucht sind Drahtseile gespannt.
Der Weg ist 850m lang und bietet 2 Glasplattformen. Es kostet schon etwas Überwindung, die Plattformen zu betreten. Die Felswand darunter geht wirklich steil hinab! Nicht nur deshalb wird der Weg „ruta del vértigo“, die „Schwindel-Route“ genannt.
Wir schafften es alle über die vielen Treppen, die nochmal 40 Höhenmeter überwinden, bis an das Ende der Route, die kurz vor der alten Staumauer liegt.




Natürlich hatten wir uns danach erstmal einen Kaffee verdient!
Anschließend führte Kurt uns weiter auf seiner Tour. Am Ende fanden wir in Fonts d’Algar ein Restaurant, wo wir uns in der Sonne unsere Stärkung schmecken lassen konnten. Es wär ein lustiger, interessanter Tag!
Dies ist unsere Tour
https://www.relive.com/de/view/vWqBp2o9XYO
Eine Woche später trafen wir uns in ganz ähnlicher Besetzung. Es war windig und für den Tag war Regen angesagt. Wir fuhren trotzdem Richtung Norden. Unterwegs fielen ein paar Tropfen vom Himmel. Aber das störte uns nicht wirklich.In Gandia gab es eine kleine Pause mit Kaffee und einem netten Plausch.
Frisch gestärkt ging es weiter nach El Palmar. Der Ort liegt ca. 20 Km vor den Toren Valencia direkt im UNESCO- Naturpark Albufera. Er ist Teil des Ramsaabkommens, das die UNESCO im Jahr 1971 ins Leben gerufen hat, um weltweit Gebiete zu schützen. Albufera ist eines der wichtigsten europäischen Feuchtgebiete, das von Kanälen durchzogen ist und eine riesige Lagune hat. Es handelt sich um den größten Süßwassersee Spaniens. Viele seltene Vogelarten leben hier. El Palmar ist ein altes Fischer- und Bauerndorf, das ursprünglich auf einer Insel in der Lagune lag. Heute ist der Ort umgeben von Reisfelder und Gemüseanbau. Auch heisst es, der Ort sei die Wiege der valencianischen Paella.
Die Anfahrt führte durch ein großes Obst- und Gemüseanbaugebiet. Vor fast jeder Tür stehen kleine Verkaufstresen, an denen lokales Obst und Gemüse verkauft wird.
Der Ort ist Ziel vieler Touristen. Die meisten kommen im Sommer. Wir hatten Glück und es war
-trotzdes mittlerweile sehr guten Wetter- mäßig besucht. In El Palmar gibt es ursprüngliche, alte Bauern- und Fischerhäuser, die Barracas. Eine sind erhalten worden, andere wurden wieder aufgebaut. So stehen zwischen moderneren Häusern immer wieder niedrige, reetgedeckte Häuser mit weiss getünchten Wänden aus der alten Zeit.




Auch die kleinen Holzboote auf den Kanälen wirken etwas aus der Zeit gefallen. Hier werden auch Bootstouren über die Lagune und die Kanäle angeboten.
Mitten im Ort fanden wir unser Restaurant. Stefan hatte es vorher schon ausgesucht. Die Karte bot viele leckere Sachen. Letztlich entschieden sich die meisten von uns für das Menü mit der Paella. Wenn wir schon mal dort sind… 😉
Als wir den Ort verliessen, fuhren wir über eine Strasse, die mItten durch die Reisfelder führte. Links und rechts der Strasse war nur Wasser zu sehen! Ein sehr schöner Anblick!
In diesem Winter ist das Wetter in Spanien wirklich kaputt. Schon auf der Anreise wurden wir vom Katastrophenschutz in Tarragona vor Überschwemmungen und Starkregen gewarnt.
Nachdem wir aus Marokko zurück waren, konnten wir lange Zeit nicht Motorrad fahren, weil das Wetter so schlecht war. Es gab unglaublich viel Wind und auch Regen. Letzten Winter hatten wir 3 Tage, an denen es geregnet hatte. Um Weihnachten herum hat es hier so viel geregnet, dass das Wasser über die Dachterrasse in die Wände gelaufen ist. Wir hatten fließend Wasser an der Wand des Esszimmers.
Heute gibt es zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen orangen Alarm des staatlichen Wetterdienstes wegen des Windes. Öffentliche Veranstaltungen, Wochenmärkte und Sportveranstaltungen sind abgesagt, Friedhöfe, Parks und Spielplatze sind geschlossen. Es wurden Böen von 100 bis 150 Km/ h angesagt.
Die Region Andalusien hat es noch weit schlimmer getroffen. Auch in Marokko sind große Landstriche von Überflutungen betroffen. Kurz nachdem wir wieder zuhause waren, tauchten erste Schneebilder von unseren marokkanischen Kontakten in ihrem Status auf, weil sie sich über den Schnee freuten. Mittlerweile ist alles aus den Fugen geraten.
In Chefchaouen, unsere vorletzte Station in Marokko, sind vor wenigen Tagen über 40 Häuser eingestürzt, weil der Boden durch die anhaltenden Wassermassen aufweicht ist und nachgegeben hat.
Flüsse sind über die Ufer getreten, tausende Menschen werden evakuiert. Infrastruktur ist durch das Wasser zerstört. Einen kurzen, anschaulichen Bericht gibt es von ZDF vom 13.02.2025 gibt es HIER.
Bleibt gesund und passt auf Euch auf!