Auch in der Auberge Ziz wurden wir zum Frühstück gut versorgt. Beim Packen unserer Motorräder kamen auch noch die Köchin und der Kellner, um sich zu verabschieden und uns die liebsten Wünsche mit auf den Weg zu geben. Die Motorradbegeisterung ist wirklich im ganzen Land sehr ausgeprägt.
Der Fluß begleitete unsere Fahrt noch ein ganzes Stück weiter. Wir bekamen tolle Aussichten von höheren Zügen aus zu sehen. Viele Oasen lagen am Weg.
Die kurvige Strasse machte richtig Spaß, obwohl hier viel Verkehr herrschte. In der Nähe von Foukania stießen wir auf einen Aussichtspunkt, an dem wir anhielten.



Wir beide hatten uns bereits in Spanien um eine ESIM für das Handy gekümmert. Wir wollten in Marokko nicht ohne Onlinenavigation dastehen. Außerdem erleichtert es die Hotelsuche ungemein.
Also hatten wir uns im Vorwege eine ESIM bei HolaFly bestellt. Ein unbegrenzter Datentarif kostet dort z.Zt. ca 40€ für 14 Tage. Eine Telefonnummer bekommt man hier nicht. Das läuft über die normale, eigene SIM weiter. Die virtuelle Karte hatten wir in Spanien installiert und im Hafen in Nador aktiviert. Sie funktioniert hervorragend im gesamten Land.
Da wir die Nacht gerne in einem Wüstencamp in der Erg Chebbi verbringen wollten, schauten wir bei Booking.com, welche Hotels in Frage kommen. Wenn möglich, wollten wir natürlich mit den Gs´en in das Camp fahren. Also suchten wir nach Camps, die wir über feste Zuwegung erreichen kann.
Bei einigen war deutlich zu sehen, dass sie keine Zufahrt haben. Wir fanden eines, dass laut Google an einer Strasse lag und beschlossen, dorthin zu fahren.
Google führte uns von der Hauptstrasse herunter auf eine Piste, die aussah wie ein Waschbrett.




Am Horizont konnten wir die Zelte des Camps sehen. Auf der Piste waren auch Autos unterwegs. Von Minute zu Minute wurden aber die Sandlöcher größer. Wir beide waren ganz froh, dass wir uns für den Reifen mit dem gröberen Profil entschieden hatten! Tim und Wolfgang waren mit Strassenreifen unterwegs. Aber auch das half uns irgendwann nicht mehr weiter. Die Piste war so verweht mit Wüstensand, dass wir nicht mehr durchkamen. „Schwimmend“waren wir vorher schon durch einige Passage gefahren. Nun blieben zwei von uns nacheinander stecken und fielen um. Es hatte keinen Sinn. Und es stellte sich wieder einmal heraus, dass man Google Maps nicht vertrauen darf! 🫣

Doch wir hatten Glück! Neben uns hielt ein Auto und Hassan, ein hilfsbereiter Marokkaner stieg aus. Er half uns tatkräftig, die Motorräder wieder aus dem Sand zu bekommen! Es schien, als kenne er solche Situationen. 😂😅
Wir drehten die BMWs um und mussten erstmal durchatmen! Zum Glück war nichts kaputt gegangen und allen ging es gut. Hassan fragte uns, wo wir hin wollten. Der Zufall wollte es wohl, dass er genau so ein Camp betreibt, was wir gesucht hatten. Allerdings erreicht man seines nur mit einem Allradfahrzeug.
Wir folgten ihm zu seinem Haus in Merzouga und bekamen erstmal einen Tee.
Über den Preis für die drei Zimmer mit Verpflegung wurden wir uns schnell einig. So blieben unsere Motorräder unter der Kamera an seinem Haus stehen und er fuhr uns in sein Camp. Hassan gab alles, um uns eine Freude zu machen! 😂😂
So landeten wir im Camel Trips Luxury Camp. Unser Zelt mit Doppelbett war gemütlich eingerichtet und hatte ein vollständiges Badezimmer mit einer herrlichen Dusche!
Danach mussten wir erstmal die Formalitäten klären, Tee trinken und unsere Wünsche zum Abendbrot besprechen. Auch hier wurde Bier für uns organisiert. 🍻
Zum Sonnenuntergang waren wir natürlich auf den warmen, roten Sanddünen. Eine unglaubliche, unvergessliche Atmosphäre! 🥰








Unser ereignisreicher Tag ging mit einem leckeren, wüstentypischen Essen ( 5!! Gänge!) und landestypischer Live- Musik am Lagerfeuer zu Ende. In der Nacht waren einzig die Geräusche der Kamele zu hören.
Dies war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vPv4ZeWXR36
Am nächsten Morgen durften wir nach dem guten, marokkanischen Frühstück die Wüstentour noch einmal erleben. Hassan brachte uns zurück zu unseren Motorrädern. Wir wurden mit vielen guten Wünschen wortreich verabschiedet.
Unser Ziel war an diesem Tag die Todraschlucht. Nach dem Tanken und einem Kaffee durchquerten wir viele ursprüngliche Bergdörfer. Hier gibt es kein fließendes Wasser und manche haben keinen Strom. Diese Dörfer sind nur über geschotterte „Strassen“ zu erreichen.
Man wird etwas demütig, wenn man sieht, wie Menschen in diesen Dörfern leben. In Deutschland herrscht ein sehr hoher Lebensstandard. Wir vergessen das oft. Hier wird man geerdet.
Auch hier bekamen wir tolle Aussichten geboten.

Das Gebirge führte uns bis auf 2911m Höhe hinauf. Die Landschaft ähnelt einer Mondlandschaft. Viele Felsen lagen auf dem Weg, weil sie sich vom Hang gelöst hatten. Auch einen Stausee bekamen wir zu sehen. Alles wirkte etwas surreal auf uns.
Am frühen Nachmittag erreichten wir die Todraschlucht. Glücklicherweise war es nicht sehr voll. Allerdings konnten erkennen, dass die Schlucht ein Touristenmagnet ist. Viele Händler boten Ihre Waren am engsten Punkt der Schlucht zum Verkauf an.
Die Schlucht ist Teil des Atlasgebirges und schon sehr imposant. Die Felswände rangen bis zu 300m links und rechts steil empor. Der Flusslauf des Qued Todra schlängelt sich durch die Schlucht. Zum Glück führte er gerade wenig Wasser.
Wir mussten sehr aufpassen, denn teilweise laufen einem auch die Fußgänger vor das Motorrad.





Wir fuhren weiter durch die Schlucht und genossen den Anblick. Anders, als im touristischen Teil der Schlucht, waren wir hier nun fast allein.
Mit über 380 Km war es schon ein langer Tag. Wir erreichten unser nächstes Hotel oberhalb der Dardesschlucht am frühen Abend. Uns fiel die Werbung des Hotels an der Strasse ins Auge. Es sah sehr einladend aus und so fragten wir nach einem Zimmer. So landeten wir im Hotel New Mars Dadés. Alles war sehr sauber und sehr liebevoll gestaltet. Die Wirtsleute sind superfreundlich.





Auch hier bekamen wir leckere Sachen zu Essen. Nach der groben Planung des folgenden Tages verabschiedeten wir uns recht schnell in das bequeme Bett.
Dies war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vXvL52Zj31O
Moin ihr Lieben,
heute mit einem inhaftierten Marokkaner Eure Berichte vom Mai 2025 angesehen. Er war tief bewegt und freute sich über die Bilder und Infos aus der Heimat.
Liebe Grüße an Euch, bleibt gesund!
Frank
Moin Frank!
wie cool ist das denn?!? Unsere Berichte als Therapie/ Motivation! 👍😂
Dann hast Du ja noch die Tour im November, die Du ihm zeigen kannst. Außerdem kommt nächsten November die Fortsetzung.
Liebe Grüße an Dich zurück! Lass es Dir gutgehen. Wir sehen uns! 🥰
Britt & Gerald