In der ersten Aprilwoche war es soweit. Wolfgang und Tim hatten sich mit dem Auto und Anhänger auf dem Weg von der Ostsee zu uns an die Costa Blanca gemacht. Am Donnerstag kamen sie am Nachmittag bei uns an. Die Motorräder waren schnell abgeladen und das Gepäck verstaut.


Am Abend trafen wir uns zum Essen und besprachen noch ein paar Dinge.
Die Vorfreude war groß! Freitag Abend um 23:00 Uhr ging unsere Fähre und so hatten wir genug Zeit, die 350 Km von Benissa nach Almeria hinter uns zu bringen.
Als wir am späten Nachmittag am Hafen ankamen, war das Fährbüro von Balearia schnell gefunden und die vorher gebuchten Tickets wurden anstandslos ausgestellt. Auf dem Parkplatz waren wir auch nicht die ersten. Es standen schon einige Autos und Motorräder dort.
Um 21:00 Uhr begann das Boarding. Es herrschte Durcheinander und Drängelei. Jeder wollte der erste auf der Fähre sein!
Unsere Motorräder stellten wir nach Anweisung des Personals ab und sie wurden dort verzurrt. Darum brauchten wir uns nicht kümmern.


Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen in den Liegesesseln. Die Fähre war wirklich voll. Scheinbar wollten viele Marokkaner am Wochenende nach Hause. Um 23:00 Uhr legten wir ab.
Im Hafen hatten wir uns im Supermarkt noch einige Dosen Bier organisiert. In Marokko gibt es in vielen Unterkünften keins. Auch die Supermärkte und Kioske verkaufen keinen Alkohol. So stießen wir auf unser Abenteuer an. 🍻
An Schlaf war erstmal nicht zu denken. Auf der Fähre sitzt ein marokkanischer Zollbeamter und erledigt die Einreiseformalitäten. Wir standen fast vier Stunden an, um die Fahrzeuge eintragen zu lassen und den Visastempel zu bekommen. Danach versuchten wir etwas zu schlafen, aber es ist immer eine unruhige Geräuschkulisse und Bewegung an Bord.
Schon vor dem Anlegen in Nador aßen wir unser mitgebrachtes Frühstück und freuten uns auf unsere Tour.
Wir fuhren als letzte von Bord und mussten am Ausgang des Hafens noch unser Visum abstempeln lassen. Danach gab es noch eine Passkontrolle inklusive des an Bord ausgestellten Kärtchens. Nach 1,5 Stunden hatten wir alles erledigt und durften uns nun frei in Marokko bewegen!
Unsere Versicherung war immer noch ein Thema, das im Kopf herum spukte. Wir hatten uns darauf verlassen, im Hafen in Nador eine kaufen zu können. Aber hier waren alle Buden geschlossen. Keine Chance! So wurde uns diese Entscheidung abgenommen. Wir hatten keine Wahl.

Außerhalb des Hafen trafen wir auf das geschäftige Leben Nadors. Viele Autos, Mofas, Fußgänger, Esel und Karren waren unterwegs. Vom Strassenrand riefen uns Verkäufer ihre Angebote zu.
Auf dem Weg durch den Ort wurde uns klar, dass es Samstag war und keine Bank offen hatte. So hielten wir an einem Tauschbüro. Sofort umringten uns die Leute. Hier gab es auch SIM- Karten und andere Dinge zu kaufen. 😇
Mit ausreichend Geld in der Tasche und gefülltem Tank fuhren wir Richtung Südwesten. Die Landschaften waren unglaublich abwechslungsreich. Sattes Grün, leuchtende rote Erde, Felsen, Höhenzüge bis über 1500 Meter und viele freundliche Menschen, die winkend am Strassenrand winkten, begrüssten uns. Wir konnten gar nicht alles aufnehmen!
Wir fuhren über Taza und Sefrou in Richtung Fes. In einem kleinen Ort hielten wir an, um etwas zu Essen. Das Kaffee, das wir ansteuerten, bietet normalerweise nichts zu Essen an. Der Inhaber fragte aber sofort bei seinem Nachbarn, einem kleinen Laden nach. Nach wenigen Minuten bot er uns an, frisch gebackenes Fladenbrot mit Thunfisch zu servieren. Wir nahmen dankend an. So ging er bei seinem Nachbarn einkaufen und kurze Zeit später stellte er uns das leckeres Brot auf den Tisch!
Wir waren alle vier pappsatt und zufrieden. Inklusive Getränken haben wir dann umgerechnet 7 !! Euro bezahlt.
Unser Tagesziel lag in der nähe des Stausees Allal Al Fassi. Es war das Bahlil Farm House in Bahlil. Es war gar nicht so einfach zu finden, da nur ein kleiner Feldweg von der Hauptstrasse aus dorthin führt.
Wir wurden sehr freundlich empfangen, bekamen tolle, große Zimmer mit Blick ins Tal.
Die Motorräder standen sicher im Carport. Wir saßen auf dem riesigen Balkon und gönnten uns das letzte Bier aus unserer Kühltasche. Wir genossen dabei einen fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang und auf die Lichter von Fes.
Nach dem guten Essen sind wir ziemlich schnell ins Bett gefallen. Nach 3 h Schlaf auf der Fähre hatten wir an diesem Tag noch knapp 390 km in 7 Stunden Fahrt zurückgelegt und unendlich viele Eindrücke mitgenommen.

Hier ist eine optische Zusammenfassung unseres Tages:

Dies war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vJOKzp4WLwv

Wir haben geschlafen wie Steine. Nach einem ausgiebigen, süssen Frühstück fuhren wir in aller Ruhe weiter Richtung Süden. Die Landschaft wurde immer trockener und karger. Es wurde sehr ländlich und ärmer. Die Straßen führten uns ins Gebirge. Zeitweise fuhren wir auf fast 2000m Höhe. Wir konnten in riesige Täler zwischen den Gebirgsketten hinunter sehen. Später säumten Oasen unseren Weg.
Auf dem Weg begegneten uns das 1. Mal Kinder, die Steine nach uns warfen.
Das letzte Stück bis zu unserem Hotel begleitete uns der Fluss Ziz.


An diesem Tag waren es 300 Kilometer und 5 Stunden Fahrzeit, die wir auf dem Motorrad verbracht und die Kurven durch die Landschaft genossen haben.
Auch in der Auberge Palma Ziz wurden wir sehr nett empfangen. Unser Motorräder bekamen einen kameraüberwachten Parkplatz und wir bezogen ein gemütliches, landestypisches Zimmer.
Der Wirt hatte auch ausreichend Bier im Angebot, das wir uns auf der Terrasse mit Aussicht schmecken liessen.
Am Abend aßen wir sehr gut und reichlich.


Dies ist unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vPv4ZeWXR36

Unsere optische Tagezusammenfassung:

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