Der Weg aus Fes heraus war deutlich einfacher, als hinein. Da wir auf der Seite unseres Hotels herausgefahren sind, hatten wir wenig Verkehr.
Das Hotel Palais Shazam direkt an der Medina hat uns gut gefallen. Das Personal war klasse und das Zimmer war ok. Den bewachten Parkplatz am Hotel mussten wir bezahlen, aber mit 4 Euro pro Tag fällt es nicht ins Gewicht. Eine klare Empfehlung für Motorradfahrer!
Einige Kilometer aus der Stadt heraus hatten wir schon genug Höhe, um die Stadt vom Berg aus zu sehen. Es war noch sehr diesig.
Unser nächstes Ziel war Chefchaouen, die blaue Stadt. Eigentlich war der Besuch für die Hinfahrt geplant. Da gab es aber kein Hotel mehr für uns. Also haben wir umgeplant und ziemlich früh im Voraus für die Rückreise gebucht. Wir wunderten uns etwas. Für 200 Kilometer veranschlagte der Routenplaner über vier Stunden Fahrzeit.
Die kleinen Ort, durch die wir hindurch mussten, hatten keine richtige Strasse. Dazu kam, dass wir scheinbar den obligatorischen Markttag zufassen hatten. Wir mussten höllisch aufpassen und uns konzentrieren! Neu war für uns, dass wir im Vorbeifahren von Kindern auch angefasst werden.
Die Strecke hatte viele Baustellen, große Löcher und oft keine Strasse. Teilweise bestand die Strasse nur aus Split. Wir hätten beide mehrfach auf der Nase gelegen, wenn wir den TKC Rocks nicht drauf gehabt hätten. Die GS ist ab und an so weggedriftet im Split, das hätte ein normaler Strassenreifen nicht gepackt. Ja, die Strecke hat richtig Spaß gemacht. Und so war uns auch klar, warum wir lt. Routenplaner so lange brauchen.
Marokko ist ein junges Land. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 30 Jahren. Auf unseren Strecken haben wir unglaublich viele Kinder und Jugendliche gesehen, wenn gegen Mittag die Schule zur Pause unterbrochen wird. Hier gehen die Kinder morgens in die Schule, gehen am Mittag zum Essen nach Hause und müssen nachmittags wieder in der Schule sein. Eine Schulpflicht besteht vom 6. bis 15. Lebensjahr. Es werden tatsächlich 97% der Kinder eingeschult. Noch vor einiger Zeit endete die Schulpflicht mit dem 13. Lebensjahr. Gleichzeitig wurden prozentual weniger Kinder eingeschult. Das hatte zur Folge, dass in der älteren Bevölkerung fast 25% Analphabeten gibt. In der Stadt sind es weniger, als auf dem Land. Die Quote bei Frauen ist höher, als bei Männern.
Gegen 13:30 Uhr erreichten wir unser Hotel Alkhalifa in Chefchaouen. Es hat lange gedauert, ein verfügbares Hotel mit Platz für unsere Motorräder zu finden. Die meisten Hotels werben mit dem Großparkplatz am Rande der Stadt. Dort wollten wir unsere Motorräder aber nicht einfach stehen lassen.
Hier parken wir im Hof. Und es ist zu Fuß nicht weit in die Medina. Unser Zimmer hat einen schönen Ausblick auf die spanische Moschee auf dem Berg.
Dies ist unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vQvyknV72K6
Heute Morgen war der Wettergott nicht so gut gelaunt. Nach dem Frühstück gingen wir vor die Tür und es fing an zu regnen. So starten wir etwas später in die Stadt. Gestern waren wir schon einmal am Tor zur Medina gewesen und hatten uns den Wasserfall angesehen. Auch hier ist es eine reiner Touri-Ort.
Hier kann man sich gegen Geld mit Papageien, Raben, Fasanen und einheimischen Trachten fotografieren lassen. Das Warenangebot in den Läden ist eigentlich genau das gleiche, wie in den großen Städten, in denen wir waren. Auch in Spanien bekommen wir diese Sachen in den Touristenhochburgen.
Man kann hier überall Handwerkern bei der Arbeit zusehen. In einigen der Shops bekommt man sogar hier hergestellte Ware.




Wir liessen uns durch die blaue Stadt treiben. Treppauf, treppab… es gibt viele schöne Fotomotive und noch mehr Treppen. Leider können wir nicht alle Bilder hier im Blog verarbeiten. Alles ist blau, in verschiedenen Nuancen.
Vielleicht hatten wir heute sogar etwas Glück, dass es am Morgen geregnet hatte. So waren -für einen Sonntag- nicht sooo viele Touristen unterwegs. An vielen Stellen konnten wir ungestört Fotos machen. Natürlich nicht an denen, die die Influencer bevölkerten. Bei bestimmten Motiven verlangen die Einheimischen mittlerweile Geld für Fotos oder haben sie einfach gesperrt. So kamen wir auch am schmalsten Haus der Stadt vorbei. Hier war es ein überaus beliebtes Motiv, sich auf der Treppe des Hauses zu fotografieren. Vor einiger Zeit hat der Besitzer die Treppe mit einer Absperrung versehen.
Am Hauptplatz der Medina, Uta-el-Hammam-Platz, genehmigten wir uns einen Kaffee und sahen dem Treiben zu. Es war viel Betrieb. Auf unserem Weg zum Platz mussten wir einen kleinen Umweg gehen. Auf dem Place al Haouta liefen gerade Filmaufnahmen. Große Windmaschinen, viele Menschen, Kabel und Absperrungen füllten den Platz. Hier kamen wir nicht durch!
Wir kauften ein paar Kleinigkeiten, tranken einen Kaffee und gingen etwas Essen.






Am Nachmittag waren wir zurück im Hotel. Gerade zum richtigen Zeitpunkt! Es fing an zu gießen!
Unser Wirt hat uns heute noch Bier organisiert. Das konnten wir nun gut im Trockenen genießen. Außerdem schenkte er uns noch jedem einen Schlüsselanhänger als Andenken. Auch dieses Hotel können wir empfehlen. Vor Allem, wenn man mit dem Motorrad unterwegs ist!
Nachher bekommen wir hier noch ein leckeres Abendessen und dann ist es auch schon wieder Zeit, die Sachen zu packen. Morgen geht es weiter nach Al Hoceima. Es ist unsere letzte Station in Marokko. Dienstag Nacht geht unsere Fähre von Nador nach Almeria.


