Nach einer Woche Abstinenz wollten unsere Motorräder wieder bewegt werden. Das Ziel war ein Stausee, der bereits seit 300 Jahren benutzt wird.
Wir fuhren zeitig los, da das Ziel schon in einiger Entfernung lag. Es ging vorbei an Guadalest, weit in das Hinterland. Letzte Woche waren wir ja hier mit dem Auto unterwegs, da fehlen die Gerüche, die wir auf dem Motorrad sonst mitbekommen. So fuhren wir durch ein großes Gebiet, in dem fast nur blühende Obstbäume stehen. Die Pfirsichbäume und die Zitrusfrüchte blühen gerade und es duftet einfach fantastisch! 🍋🍊🍑


Unsere Fahrt war kurvig und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Je näher wir Moixent kamen, um so mehr alte Steineichen begegneten uns am Wegesrand. Diese fanden wir auch am Stausee vor. Einige der Eichen sind über 300 Jahre alt.
Der Stausee Bosquet de Moixent wurde im Jahr 1770 gebaut. Er dient zur Bewässerung der umliegenden Gärten und Felder, trieb damals durch Wasserkraft die Mühlen des Ortes an und natürlich ist er auch ein Wasserspeicher. Heute ist er – seit 2005- kulturelles und natürliches Erbe und wird immer noch genutzt.
Es ist ein sehr ruhiges, warmes und friedliches Fleckchen Erde. In dem Becken schwimmen Karpfen und Forellen. Es wurden auch schon Schildkröten gesichtet.





Nachdem wir Moixent verlassen hatten, führte einige Zeit später in einer Kurve ein Feldweg gerade aus den Berg hinauf. Natürlich war das leuchtende Rot der Erde so verlockend für uns, dass wir kurzerhand vom Asphalt abbogen und dem Sandweg folgten. Die Belohnung dafür war ein unglaublich grandioser Ausblick. Wir hatten das Gefühl on top of the world zu sein. Ringsherum konnten wir in die Täler sehen und die dahinter liegenden Bergketten.



Die Bilder schaffen es mal wieder nicht, die Weite einzufangen. Darum haben wir ein kleines Video gemacht. Das siehst Du hier:
Hier sieht man unsere Anfahrt über den Feldweg auf diese Höhe.
Zurück ging es für uns im großen Bogen über gut ausgebaute Strassen durch u.A. Biar und Castalla. In beiden Orten entdeckten wir noch sehr gut erhaltene Burgen. Zuhause angekommen haben wir uns diese erstmal im Netz angesehen und eine der Festungen auf unsere To- Do- Liste gesetzt. 😉
Außerdem führte unsere Fahrt uns wieder durch ein völlig abgebranntes Gebiet. Es ist immer wieder eine surreale Kulisse. Zwar zeigt sich das erste grün wieder auf den felsigen Hängen, aber sie verkohlten Bäume stehen immer noch und erinnern an das Feuer. In Anbetracht der aktuellen Berichterstattungen über die Feuer in Asturien, im Norden Spaniens, bekommt man Gänsehaut. Und bis hier wieder Bäume stehen, wird es wahrscheinlich Jahre dauern.
Dies war eine der längeren Touren mit fast 300 Kilometern. Wir waren fast 6 h auf dem Motorrad und haben über 4000 Höhenmeter bewältigt.