Am 16. April starteten wir morgens recht früh. Es war schon noch etwas frisch. Aber wir hatten wieder einen längeren Weg, um unser Ziel, die Bastida de les Alcusses, zu erreichen. Das Areal gehört zu Moixent, Region Valencia. Vor Kurzem hatten wir uns den alten römischen Stausee Bosquet de Moixent angesehen. Auch an dem Tag sollte es wieder ein besonderer Ort werden.
Für die Hinfahrt wählten wir die Landstrasse durch viele Täler und Kurven. Über Castells de Castells, Gorga, Muro de Alcoy und Ontinyent gelangten wir zu der alten Stadt.
Die Bastida de les Alcusses ist eine iberische Stadt, deren Geschichte bis in das 4.Jahrhundert vor Christi nachvollzogen werden kann.
Die Tiger und die BMW fanden einen kostenlosen Platz vor dem Eingang in das 5 Hektar große Areal. Gleich am Anfang wurden wir von dem Wahrzeichen Guerrero de Moixent, einem iberischen Krieger aus Stein begrüßt. Es ist eine übergroße Nachbildung einer 7,3 cm großen Bronzefigur. Sie wurde bei Ausgrabungen, die 1928 begannen, im Ort gefunden.
Ihm gegenüber steht ein liebevoll restauriertes Haus. Hier wird anschaulich gezeigt, wie die Menschen und Tiere hier früher unter einem Dach gelebt haben.
Auf dem Gelände standen früher viele Häuser, die von einer beeindruckenden Verteidigungsmauer umgeben waren. Die Mauer hatte 4 Türme mit Toren. Die Mauern und Teile der Tore sind heute noch zu sehen.

In dem Ort lebten früher bis zu 840 Personen. Der Grundriss der Stadt ist sehr strukturiert und es gab sogar einen zentralen Getreidespeicher. Durch den spanischen Bürgerkrieg gerieten die Ausgrabungen in Vergessenheit. Erst in den 1990er Jahren wurden die Ausgrabungen wieder aufgenommen.
Die Bewohner lebten von Ackerbau, Viehzucht und der Jagd. Man fand hier sehr viele Dinge des tägliche Lebens, wie landwirtschaftliche Geräte, Keramiken, alltägliche Gegenstände, Waffen, Schmuck und Bleiplaketten, die beschriftet sind. Funde von Waagen und Gewichten untermauern, dass der Ort auch viel Handel getrieben hat. Dafür sprechen auch Amphoren, die eigentlich aus Athen stammen und Waren des Mittelmeerhandels beinhalteten. Diese Artefakte sind nun im prähistorischen Museum in Valencia zu bewundern.
Es ist ein wirklich faszinierender Ort. Wir konnten gar nicht glauben, dass die Grundmauern, die wir sahen, so alt sind. Man kann sich den Ort aber anhand der aufgestellten Infosäulen sehr gut vorstellen.

Bereits 330 v.Chr. wurde der Ort verlassen. Wissenschaftler spekulieren, dass Stammeskämpfe die Ursache für die Zerstörung war.
Nach etwas einer Stunde waren wir wieder bei den Motorrädern, machten noch eine kleine Pause und starteten dann wieder unseren Weg Richtung Küste.
Als wir auf dem Weg in der Nachbartal waren, begegneten wir auf einer Gebirgsstrasse einer Ziegenherde. Das ist uns ja schon Mal passiert, aber so viele hatten wir noch nicht gesehen. Diese liessen sich von uns auch so gar nicht beirren.


Wir fuhren auch durch ein riesiges Weinanbaugebiet. Hier stehen Rebstöcke, so weit das Auge sehen kann.
Auf dem weg nach Relleu durchquerten wir eine tolle Schlucht mit vielen gut ausfahrbaren Kurven. Diese Strecke scheint bei Motorradfahrern beliebt zu sein, denn dort begegneten uns einige!
Hinter Orxeta legten wir einen kurzen Stop am Embalse D´Amadorio ein, den wir noch nicht kannten. Wieder war der Wassermangel sofort und deutlichst sichtbar. Hier mutet es etwas grotesk an, denn aus dem See tauchen Strassen und Gebäude wieder auf, die man einst geflutet hatte.


Nach ein paar Fotos und einem kleinen Sonnenbad starteten wir wieder und landeten später wohlbehalten wieder in Benissa.
Das ist unsere Tour:
https://www.relive.cc/view/v1Ow9VpK4Xq

Wir konnten an diesem Tag nicht wissen, dass erstmal unsere letzte Tour in Spanien sein würde.
Am nächsten Morgen bekamen wir einen Anruf, der uns über einen Todesfall in der Familie informierte. Wir packten sofort alles zusammen, verluden die Motorräder und machten uns am nächsten Tag auf den Weg nach Hause.
Natürlich gab es in den vergangenen Tagen andere Prioritäten, als unseren Tourenbericht. Daher kommt er erst heute.

Anfang Juni sind wir mit unserer Truppe für ein verlängertes Wochenende in der Rhön unterwegs. Von dort aus werden wir zu viert weiterfahren nach Arabba in Italien. Natürlich werden wir berichten und auch das ein oder andere Foto hier teilen. 😉

Und nicht zuletzt haben Iris und Stefan uns zugesagt, dass wir die Casa Cosima nächsten Winter wieder nutzen dürfen. Darüber freuen wir uns wirklich sehr! 🥰

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