Beim Frühstück sah es draussen aus, wie gestern….
Aber heute hatten wir eine längere Strecke vor uns. Nebel umhüllte uns. Man musste aufpassen, weil die Spanier gerne ohne Licht fahren und auch bei solchem Wetter überholen.
Kaum waren wir ein paar Kilometer gefahren, waren wir nass vom Nebel. Tropfen rollten am Visier herunter. Doch nicht lange! Mit ca. 350 Höhenmeter hatte plötzlich jemand den Schalter umgelegt. Der Nebel war schlagartig vorbei, die Sonne schien und wir hatten wolkenlosen Himmel. Sofort wurde es 4 Grad wärmer. So macht es doch gleich mehr Spaß!
Die nächste Tankstelle war dann unsere. Wir brauchten nicht nur Benzin, sondern auch etwas Luft und eine Dose ÖL. Die Arretierung des Tankrucksacks machte seit ein paar Tagen Schwierigkeiten. Er lies sich nur noch schwer mit dem Drahtzug lösen.
An der Tankstelle trafen wir dann binnen 10 min auf ein Wohnmobil aus Hannover, einen Trucker aus Recklinghausen und einen weiteren Motorradfahrer aus Fürstenfeldbruck.
Hinter Cacerez gerieten wir noch einmal in den Nebel, aber das löste sich schnell wieder auf. Weiter ging es und wir freuten uns wieder an der tollen Landschaft. Schon bei der Anfahrt konnten wir noch Nebel in der Schlucht beim Castillo ( Beitragsbild) sehen.
Gegen Mittag erreichten wir das Castillo de Monfragüe. Es liegt im gleichnamigen Biosphärenreservat, das ca. 180 Quadratkilometer groß ist. Es wurde 2003 in die UNESCO- Liste aufgenommen. In diesem Gebiet fließen der Tajo und Tiétar zusammen. Der Name ist aus aus dem römischen „Monsfragorum“ hervorgegangen und bedeutet soviel wie “ unwegsamer Berg“.
Der Weg von der Hauptstrasse hinauf zum kleinen Parkplatz des Castell ist asphaltiert. Es gibt am Fuße des Berges auch einen Parkplatz mit Shuttlebus für Wohnmobile und Busse. Diese dürfen hier nicht hinauf. Aber wir durften. Auf der Fahrt hinauf zum Vorplatz des Castells ahnten wir, welcher Ausblick uns geboten werden wird. Zwischen den Olivenbäumen bekamen blitzte immer wieder der Tajo auf. So parkten wir und verstauten unsere Sachen. Ab dem Parkplatz sind es noch einige Treppen, die man zum Castillo erklimmen muss. Es liegt auf 450 Metern Höhe und die 2 Türme.
Das Castillo geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Araber hatten es gebaut.
Wir stiegen die Stufen zum höheren Turm der beiden hinauf und waren hin und weg. Geier, die hier brüten, nutzten die Thermik der Berge und flogen direkt vor unserer Nase am Berg entlang. Uns bot sich eine atemberaubende 360° Sicht über beide Flüsse, deren Schluchten und noch viel, viel weiter hinein in das grüne Land.










Die vielen Stufen haben sich definitiv gelohnt! 🥰
Nachdem wir den Berg wieder hinuntergefahren sind, wartete das nächste Highlight auf uns. Es gibt -nur ein Stück die Strasse runter- einen Aussichtspunkt auf den Tajo und seine schmalste die Schlucht. Es ist der Salto Gitano. Hier brütet eine große Population Mönchs- und Gänsegeier. In den hoch aufragenden Felsen finden sich viele ihrer Nester. Man kann sie von ganz nah sehen.



Die Rückfahrt haben wir beide wieder als Cruiser durch die tolle Landschaft empfunden.
Mit einer kurzen Pause am Stausee ging es über Serradilla und Canaveral zurück nach Badajoz.
Dies ist unsere Tour:
https://www.relive.cc/view/vMq5eAyy3Qq