Das kleine Dorf am Fluss Júcar war uns schon vor einiger Zeit ins Auge gefallen. Es ist als eines der schönsten Dörfer Spaniens ausgezeichnet worden und seit 1982 kulturhistorisches Denkmal.
Samstag Morgen war es nicht besonders warm. Die Temperaturen waren einstellig, als wir uns auf den Weg machten. Manchmal freut man sich über die Griffheizung. 😂
Die La Mancha ist eine relativ flache, durch Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft geprägte Gegend. In unserem Hotel war das deutlich sichtbar. Man kennt sich. Menschen treffen sich auf einen Kaffee und um Neuigkeiten auszutauschen. Gleichzeitig ist unser Hotel Vereinsheim des Fussballvereins und sozialer Treffpunkt des Ortes.
Das Navi sagte, es ist nicht weit bis nach Alcalá de Júcar. Wir dachten schon, wir wären falsch, denn optisch waren das Dorf und die Schlucht nicht zu sehen. Plötzlich wurde die Strasse kurvig und führte uns in die Schlucht, die der Fluß Júcar im Laufe der Jahrhunderte geschaffen hat.

Vor dem Ort hielten wir an einem Aussichtspunkt, der uns einen Vorgeschmack auf das Dorf gab.

Kleine Häuser hängen am Berg und sind nur über kleine Gassen zu erreichen.
Der Parkplatz liegt vor dem Dorf. Dort stellten wir die BMWs ab und zogen uns um. Mittlerweile war die Sonne warm und die kurze Hose und das T- Shirt waren warm genug. 😉
Eine Tageskarte kostet 3 Euro. Der Automat am Parkplatz war auf den ersten Blick nicht einfach zu bedienen, denn selbst Spanier standen zu fünft davor und diskutierten, wie er wohl funktionieren mag…. 😂
Nach dreimal zusehen wussten wir, wie es geht. Wir zogen unseren Parkschein. Plötzlich hielt neben uns ein Auto. Der Mann darin schien eine Art von Uniform zu tragen und erklärte uns, wie wir den Automaten bedienen sollten. Die Frage, ob die Motorräder auch einen Parkschein brauchen, wurde bejaht. Dann fragte er, wo unsere Motorräder stehen und forderte den Parkschein. Wir gaben ihn dem Mann und hofften, dass er nicht einfach nur einen Parkschein brauchte….
Dann machten wir uns auf den Weg in den Ort. Über den Fluß führt eine alte, steinerne Brücke in die Stadt. Es wird vermutet das sie römischer Herkunft ist. Ihre heutige Form entstand 1779. Kurz darauf standen wir vor der Kirche des Ortes. Diese wurde vom 15. bis 18. Jahrhundert gebaut. Wir waren erstaunt über die Schlichtheit innerhalb der Kirche.
In früherer Zeit lebten Dorfbewohner in Höhlen, die sie in den Kalkstein gebaut hatten. Sie boten ein konstantes Wohnklima. Nach und nach wurden sie erweitert und es wurden ganze Häuser daraus.
Eine der bekanntesten Höhlen sahen wir uns an. Es handelt sich um die Cueva Diabolo. Hier gibt es Gastronomie, eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Ortes und manchmal sogar eine Disko. Am Ende eines langen Tunnels gibt es eine Bar mit Terrasse. Die Höhle gehört dem ehemaligen Matador „El Diabolo“,der sie in Laufe der Jahre weiter ausbaute und sie durch Medien sehr bekannt machte.

Danach liefen wir die engen, steilen Gassen und Treppen, die serpentinenartig weiter hinauf zum Castell führen. Hier genossen wir einen tollen Ausblick auf das Dorf und die Schlucht.
Die maurische Festung ist im 11. Jahrhundert entstanden. Ursprünglich war der Eingang zum Turm nur über eine Strickleiter erreichbar. Heute gibt es dort eine Treppe.

Wir stiegen bis hinauf zum höchsten Punkt und wieder hinunter. Hier herrscht das Einbahnstrassenprinzip. Die Wendeltreppen sind so schmal, dass immer nur eine Richtung gehen kann.
Wir stiegen bis hinunter in die Ausstellung in den Höhlen. Hier konnten wir sehen, wie die Leute früher hier gelebt haben.

Nach dem Abstieg aus der Stadt, wieder hinunter zum Fluß hatten wir uns unser Mittagessen redlich verdient! Mit Blick auf den Fluß, die Brücke und die kleine Insel im Fluss saßen wir im Schatten und genossen eine Pizza und ein alkoholfreies Bier, bevor wir den Heimweg antraten. Ein Ticket hatten wir nicht an Motorrad.
Im großen Bogen ging es für uns zurück in unser Hostel La Posada de Higueroela. Am Abend war die Gaststätte unserer Unterkunft gut gefüllt.
Alle sind hier sehr herzlich und super freundlich! Die Gäste grüßen, wenn man das Lokal betritt und das Personal ist immer sehr bemüht und hilfsbereit. Das Essen war, wie schon einen Tag vorher, sehr lecker und nicht touristisch geprägt. Das ist genau das, was wir sehr schätzen und mögen.
Unser Zimmer war einfach und sehr klein aber ok. Es hätte etwas sauberer sein können. Aber das Preis- / Leistungsverhältnis stimmt. Die Motorräder hatten einen Parkplatz. Wir haben für 2 Übernachtungen 135€ bezahlt. Es gab ein sehr einfaches Frühstück mit Kaffee und geröstetes Baguette (mit Tomate Rollado oder Butter/ Marmelade).
Am Sonntag entschlossen wir uns dann über die Autobahn nach Hause zu fahren. Nach 2,5 h waren wir um 11 Uhr wieder in Benissa. Der Pool hatte mittags schon 22 Grad und wurde schnell in Anspruch genommen.
Nachmittags besuchten wir dann noch unsere Nachbarin Anne. Sie war so nett, das Paket mit dem Telefon entgegen zu nehmen, welches wir in Saragossa vergessen hatten und uns das Hotel nachgeschickt hatte.
Wir hatten eine wirklich tolle Tour. Über 2700 Kilometer sind wir durch eine tolle Landschaft gefahren. Nie hätten wir diese so in der La Macha erwartet! Es lohnt sich wirklich, diese Gegend zu erkunden! Wo im Rest des Landes Wasser Mangelware ist, haben wir das hier an jeder Ecke gefunden. Oft haben Wasserläufe unseren Weg begleitet. Das Land ist unglaublich grün und abwechslungsreich. Dazu kommen diese unglaublichen Felsformationen!
Hoteltechnisch ist das erste Hotel Hostel de la Trucha an der Silent Route unser Favorit. Die Silent Route war sowieso ein Knaller, den man sich unbedingt antun sollte! 👍
Nach wie vor zieht es uns zu den Pyrenäen. Die schneebedeckten Gipfel haben Anziehungskraft. Es wird ein weiteres Ziel sein, dass wir nächsten Winter in Angriff nehmen werden. Andorra steht auch auf der Liste. Wer mit dem Motorrad in diesem Land unterwegs ist, den erwarten unglaubliche Landschaftschaften. Die Küste ist dagegen völlig überlaufen und touristisch überbevölkert. Uns hat dieses mal das Hinterland total überrascht und es zu einem einzigartigen Erlebnis für uns gemacht.

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