Gegen 1:30 Uhr in der Nacht weckte uns ein lautes Motorengeräusch. Es klang nach einer 1250 GS! Sofort waren wir hellwach! 1000 Gedanken schossen durch den Kopf. War das eine von unseren? Kaum ein Marokkaner fährt in Marokko ein so großes Motorrad. Wir hatten bei unserem Gang durch die Stadt auch keins gehört oder gesehen. Was nun?!? Nach unten gehen und nachsehen würde unsere Gastgeberin und ihre Familie wecken. Von unserem Zimmer konnten wir die BMWs vor der Tür nicht sehen. Also schnell hinauf auf die Dachterrasse! 2 Stockwerke höher konnten wir mit einem Blick über die Brüstung dann sehen, dass unsere Motorräder noch unten standen. Zum Glück! 😅 Das Einschlafen dauerte trotzdem noch etwas….
Als wir am Morgen die Tür unseres Zimmers im 1. Stock öffneten, duftete das ganze Haus sehr verführerisch. Das Frühstück von Amina war der Wahnsinn! Wir bekamen verschiedene Brotsorten, Marmeladen und andere Leckereien, die sie schon früh morgens in ihrer kleinen Küche gezaubert hatte. Es wären wohl noch 5 weitere Personen satt geworden… 😂
Ein kleines Tränchen gab es schon bei allen, als wir uns verabschiedeten. Amina drückte und herzte uns und überschüttete uns mit guten Wünschen.
Wir fuhren nach Osten, ins Landesinnere. Es ging an Casablanca und Rabat vorbei. Gefühlt wurde es immer schmutziger in den Orten, je weiter wir fuhren. Überall in den Dörfern lag Müll und es stank. Die Armut war sehr präsent. Das hatten wir bisher so nicht erlebt.
Die Landschaft war geprägt von weiten, grünen Tälern mit roter Erde, in denen Gemüse und Früchte angebaut wurden. Auch Felder mit blühenden Senf sahen wir viel.
Nach knapp 6 Stunden Fahrzeit erreichten wir unser Hotel in Mekness. Auch hier war es das einzige Hotel, was geöffnet war.
Das Hotel Jardine de Ryad Bahia ist wirklich schön! Die Zimmer und das Bad sind sehr groß. Einen Balkon hatten wir auch. Günstig war es allerdings nicht.
Unsere BMWs bekamen einen Stellplatz im Carport des Besitzers. Das Grundstück ist abgeschlossen.
Wir waren die einzigen Gäste und bekamen am Abend ein sehr gutes serviert.








Das war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/v8qkrGyxeK6
Der Wetterfrosch meinte es nicht gut mit uns. Geplant war für den nächsten Tag die Weiterfahrt nach Al Hoceima. Dort wollten wir einen Ruhetag einlegen.
Aber schon am Vormittag regnete es und die Vorhersage prophezeite Starkregen. Al Hoceima war für uns nicht zu schaffen. Also suchten wir uns ein anderes Hotel, das näher an unserem Hotel dran lag. Gegen Mittag wurde es etwas besser. Wir zogen die volle Regenmontur an und versuchten im großen Bogen dem Regen auszuweichen. Es gelang uns nicht ganz. Ein fetter Guss erwischte uns.
Nass und voller Sand/ Gischt und Wasser von den Verwirbelungen der LKW kamen wir im nächsten Hotel Guitar Palace Chambers d´Hôtes in der Nähe von Quazzane an. Die Betreiber schauten sehr skeptisch, als wir – dreckig, wie wir waren- das Hotel betraten. Zum Glück hatten wir das Zimmer vorher gebucht und bezahlt! 😂
Auch hier war das Zimmer mit Balkon sehr groß. Der Balkon kam uns sehr gelegen, denn hier konnten wir unsere Klamotten abwaschen und trocknen.
Das Hotel ist ein Themenhotel und alles dreht sich um Gitarren und Musik. Selbst der Pool hat die Form einer Gitarre.






Auch hier wurden wir am Abend sehr gut und überreichlich bewirtet. Leider gab es hier eine deutliche Sprachbarriere. Da half auch der Übersetzer nicht weiter. Warum auch immer…
Das war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vPOpKrEoyRv
Der nächste Tag war herausfordernd! Gegen 9:00 Uhr brachen wir auf. Erstmal ging es Richtung Chefchaouen, danach ostwärts in das Rif- Gebirge. Knapp zwei Stunden fuhren wir auf 1400 bis fast 1700 Metern Höhe. Es lag Schnee und bei 1°C spendete die Griffheizung kaum spürbare Wärme. Es war neblig und der Schneematsch auf der Strasse trug nicht dazu bei, uns gute Laune zu vermitteln.
In Katamaran brauchten wir dringend eine Pause. Wir fanden ein Café und wärmten uns erstmal auf. Trotz Daunenjacke unter der Montur war die Kälte überall hingekrochen. Etwas widerwillig brachen wir irgendwann wieder auf und stellen fest, dass es etwas wärmer geworden war.
Die Strasse zog und zog und zog sich. Die Höhenmeter wurden nicht weniger. Dann hatten wir es aber doch geschafft! Es ging bergab und es wurde deutlich wärmer.
Um ca. 15:00 Uhr erreichten wir unser Hotel Mira Palace in Al Hoceima. Wir bekamen ein tolles Zimmer mit frontalem Meerblick.
Nach einer ausgedehnten, heißen Dusche gingen wir hinunter zum Wasser hinunter und genossen die Sonne und das Meer.






Zurück im Hotel setzten wir uns bei einem entspannten Kaffee in die Lobby. Hier hat man ebenfalls frontalen Meerblick. Gegen 17:00 Uhr hörten wir hinter uns vertraute Stimmen. Wolfgang und Tim waren auch angekommen. Die Begrüßung war sehr fröhlich!
Beim Abendessen hatten wir ausgiebig Gelegenheit, unsere Erlebnisse auszutauschen.
Das war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vYvEGKKPnG6
Unser letzter Tag in Marokko! Wir hatten viel Zeit nach Nador zu kommen. Die Strasse von Al Hoceima nach Nador führt am Meer entlang. Trotz einiger Baustellen, durch die wir mussten, kamen wir recht schnell voran. Bereits um 15:00 Uhr erreichten wir den Hafen von Nador.
Ein kurzer Stopp am Supermarkt sicherte das Frühstück für den nächsten Tag auf der Fähre.
In einem kleinen Restaurant machten wir es uns gemütlich. Wir kamen auch mit ein paar anderen Fährgästen ins Gespräch.
Um 19:00 Uhr öffneten sich die Tore zum Fähranleger. Wir mussten erst unsere kleinen Karten vorzeigen, die wir bei der Einreise bekommen hatten. Wolfgang, als 1. der Truppe, wurde kontrolliert und aufgefordert, sein Motorrad an der Seite abzustellen. Dann wurde er von dem Beamten mitgenommen. Sie verschwanden in einer kleinen Hütte. Der Beamte kam wieder, kontrollierte weiter. Auch Gerald wurde herausgezogen. Natürlich darf man nicht stehenbleiben und auf die anderen warten. Die Zöllner winkten uns weiter und wir mussten weiterfahren. Es dauerte ca. 20 min, bis Wolfgang wieder kam. Er berichtete, dass sein Motorrad auf der Hinfahrt bei der Zollbehörde als Auto registriert worden ist. Bei Gerald war es das Gleiche. Puh, Glück gehabt! Wir dachten schon, wir wären geblitzt worden, o.Ä.
Gerald musste dann noch einem anderen Beamten seine Koffer öffnen, bevor wir auf die Fähre durften.




Pünktlich um 23:00 Uhr legten wir ab.
Es waren deutlich weniger Menschen auf der Fähre, als auf der Hinfahrt.
Das war unser Tour.
https://www.relive.com/de/view/vPOpKrEoyRv
Geschlafen haben wir in der Nacht wenig. Als wir in Almeria von der Fähre fuhren, ging gerade die Sonne auf. Für die Rückfahrt wählten wir auch die Autobahn, weil wir schnell nach Hause wollten.
Mit einer Kaffeepause erreichten wir am Mittag Benissa. Da alle dringend schlafen mussten, trafen wir uns am Nachmittag wieder bei uns. Natürlich stecken die ca. 4500 Kilometer in den Knochen.
Tim und Wolfgang verluden ihr Gepäck und ihre Motorräder.
Am Abend schlossen wir unser schönes Abenteuer mit einem leckeren Essen im Hotel Montemar in Benissa, wo die beiden übernachtet haben.

Uns hat es in Marokko sehr gut gefallen. Wir sind begeistert! Die Menschen sind unglaublich (gast-) freundlich und hilfsbereit. Wir werden im Oktober wieder nach Marokko reisen. Diesmal werden wir aber mehr Zeit und Besichtigungen einplanen. Unsere gesamte Tour- und die Ausrüstungsplanung hat diesmal mehr Zeit. Mit Sommerhandschuhen durch das Rif- Gebirge?!? DAS wird uns nicht nochmal passieren! 😉🥶
Auch die Versicherungsfrage haben wir bereits geklärt. Die HUK ist gekündigt und die neue Versicherung, die Marokko enthält, ist schon abgeschlossen. In einem fremden Land ohne Haftpflichtversicherung zu fahren, ist nicht angenehm.
Unsere Vorstellung des Landes war nicht so vielfältig, wie wir es erlebt haben. Wüste, grünes Nutzland, rote Erde, Gebirge, Meer, Steppe,…. Es macht so viel Spaß, dort zu fahren, es ist unglaublich abwechslungsreich.
Morgen heißt es für uns wieder ´packen`. Es geht mit den Ostholsteiner Tourern in das Riesengebirge in Tschechien. Dort werden wir uns eine Woche lang austoben und zusammen Spaß haben! 🥰