Wir wurden nach einem guten Frühstück, herzlich vom Chef des Riad Janoub in Tiznit verabschiedet.
Unser Ziel für den Tag war Essaouira. Der erste Streckenabschnitt führte uns im Bogen ins Inland. Es war eine sehr karge, regenarme Landschaft. Plötzlich tauchte neben uns eine sehr große Talsperre auf. Natürlich mussten wir am sieben Kilometer langen Youssef Ben Tachfin Stausee eine Pause und Fotos machen. Diese Mondlandschaft mit dem riesigen Stausee war sehr surreal.


Bei Agadir wurde es wieder grün und wir kamen wieder ans Meer, nachdem wir uns durch den zähflüssigen Verkehr in der Stadt gequält hatten. Man muss wirklich sehr aufpassen bei dem dichten Verkehr!
Hinter Agadir führte die Strasse immer weiter am Meer entlang. In Anza gönnten wir uns erstmal einen Kaffee und eine kleine Stärkung in einem sehr touristisch geprägten Restaurant mit Blick auf das leuchtend blaue Meer.
Frisch gestärkt ging es weiter an der Küste entlang. Wir hatten uns am Abend zuvor eine Strecke ausgesucht, von der wir nicht wussten, was uns erwartet. Sie führte mitten durch den Tamri Nationalpark immer am Meer entlang. Welch spektakuläre Weitsicht entlang der Küste!! 👀
Und als Bonus war es keine asphaltierte Strasse. Es war eine Mischung aus Feldweg und Schotterpiste, die wir wunderbar fahren konnten. Hier gab es so gut wie keine anderen Fahrzeuge, außer uns.

Leider konnten wir nicht die ganze Strecke auf diesem Weg fahren. Irgendwann mussten wir wieder auf den Asphalt, um unser Ziel, Essaouira, zu erreichen.
In Essaouira hatten wir uns das Hotel Yousurf House ausgesucht. Es liegt nicht weit vom Strand und von der Medina entfernt. Die Zimmer waren freundlich und einfach eingerichtet. Ein Surferhaus eben. Die GSen fanden für die Nacht ihren Platz im eingezäunten Hotelgelände.
Natürlich mussten wir am Abend am Strand essen! Wir fanden ein kleines Restaurant in der Nähe des Hotels und liessen beim Essen den Sonnenuntergang auf uns wirken. 🥰

Das war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/v1vjPkryWJ6

Am nächsten Morgen beim Frühstück entschieden wir uns für unterschiedliche Ziele. Tim und Wolfgang wollten noch in Essaouira bleiben und sich die Stadt ansehen. Wir wollten nach El Jadida.
Liamsi, der sich als heimlicher BMW- Fan entpuppte, half uns bei der Suche nach einem Hotel mit Motorrad- geeignetem Parkplatz, denn wir wollten in Al Jadida gerne in der Medina wohnen. Er telefonierte für uns herum, bis wir etwas Passendes gefunden hatten. Natürlich hatte er es in Landessprache deutlich einfacher, als wir ohne Sprachkenntnisse! 🙈 Danke dafür!

Liamsi beim Probe sitzen…

Wolfgang und Tim machten sich auf den Weg in die Stadt, wir fuhren los. Wir wollten uns die nächsten Tage wieder treffen.
In der Nacht hatte es geregnet. Neben der Strasse konnten wir viele große Pfützen im roten Sand sehen.
Und es kam, wie es kommen musste. Wir mussten durch ein Dorf, das wohl in der Nacht unter Wasser gestanden hat. Der kleine, dunkelrote See in der Ortsmitte ließ daran keinen Zweifel. Tja…. wo fährt man am besten da durch?!? Wie tief ist es?!? Gibt es tiefe Löcher?!? Am Rand gab es keinen Weg. Die Autofahrer trauten sich nicht. Wahrscheinlich hatten sie ähnliche Gedanken.
Aber es nutzte nichts! Augen auf und durch! Die Motorräder verschwanden bis zum Zylinder im Dreck. Unsichtbare Löcher in der Strasse sorgten für extra Spritzer des Dreckwassers.
Zum Glück kamen wir mit ein paar kleinen Rutschern hindurch. Nicht auszudenken, wir wären hier in den roten Schlamm gestürzt!!! Trotzdem waren auch die Hosenbeine und Stiefel bis zur halben Wade rot und die roten Spritzer überall auf uns verteilt.

Der reichliche Regen hatte an einigen Stellen Steine, Kies und den roten Sand auf die Strassen gespült. Wir kamen aber gut durch und genossen das Meer und das gute Wetter.
Vorbei an großen Obst- und Gemüseanbauten und dem großen Chemie- Hafen in Safi fuhren wir sehr lange an der schönen Steilküste mit tollen Stränden mittendrin vorbei.
Bei jeder Tankstelle schauten wir, ob wir die Motorräder und unsere Klamotten abwaschen können. Es war Palmsonntag und ziemlich alle Waschboxen hatten geschlossen. Aber wir wurden fündig! Ein netter Marokkaner erbarmte sich und duschte unsere Motorräder und uns komplett ab. Das war eine schöne Abkühlung für uns! 😅

Sauber und gespannt kamen wir am frühen Nachmittag in El Jadida an. Unsere Unterkunft lag mitten in der Altstadt. Wir hatten eine Suite mit Frühstück für 40€ gebucht.
Unser Navi leitete uns durch die schmalen Gassen und sagt irgendwann, wir hätten das Ziel erreicht. Wir sahen uns um. Nirgends war ein Schild zu sehen! Wir versuchten mit maps die korrekte Hausnummer zu finden. Es dauerte nur wenige Augenblicke und jemand fragte, was wir suchen. Er sah auf die Adresse, kannte die Adresse und Unterkunft aber nicht. Er verband unser Handy mit seinem WLAN und versuchte, die Herberge anzurufen, was aber misslang. Er sprach andere Passanten an und fragte sie. Niemand konnte weiterhelfen.
Dann öffnete sich die Tür des Hauses, vor dem wir gehalten hatten. Eine zierliche Frau kam heraus, strahlte über das ganze Gesicht und hieß uns willkommen. Amina war die Wirtin des Dar Ettaki Workstation, in dem wir uns eingemietet haben. Die Kommunikation war nicht so einfach, denn ohne Übersetzer verstanden wir kaum etwas.
Das ganze Haus und auch unser Zimmer war toll eingerichtet und sehr sauber.

Beim Check In hatte Amina uns angeboten, Abendessen für uns zu machen. Wir hatten dankend angenommen. Unsere BMWs parkten sicher unter der Kamera vor dem Haus.
Nach einer Dusche erkundeten wir die Stadt. Sie ist UNESCO Weltkulturerbe. Ein paar Souvenirs fanden den Weg in unsere Koffer und wir bummelten entspannt durch die uralte Innenstadt. Einer Speicherkarte konnten wir auch noch ergattern, denn die Karte der Helmkamera hatte sich verabschiedet.
Als wir zum Abendessen zurück waren, bat Amina uns auf die Dachterrasse. Sie hätte dort für uns gedeckt. Die Tajine blubberte auf dem Herd vor sich hin und das ganze Haus roch sehr verführerisch!
Pünktlich zum Sonnenuntergang platzierten wir uns auf der Dachterrasse. Was für ein Erlebnis! Die Atmosphäre war einfach toll! Wenig später beschallte uns der Muezzin aus der Moschee.
Amina servierte viele Köstlichkeiten, die sie alle selber gemacht hatte. Salat, Brot, Aufstrich, Tajine,… sie brachte immer noch mehr leckere Sachen auf den Tisch und wir fragten uns, wer noch alles zum Essen käme! Als Krönung des Ganzen hatte sie tatsächlich Bier organisiert! Das war ein wunderbares Erlebnis für uns, das wir so schnell nicht vergessen werden! Danke Amina! 🥰

Das war unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vr63eANmr8v

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