Eigentlich wollten wir gestern bereits diese Tour fahren. Allerdings war dort für gestern viel Regen angesagt. So starteten wir heute. Die Knochenkapelle von Evora stand letztes Jahr schon auf unserem Zettel. Wir hatten auch schon ein Hotel dort gebucht, aber zu unserer Reisezeit hat es dort bereits gefroren und das wollten wir unseren Knochen nicht antun. Nun war es endlich soweit. 120 Km quer durch Portugal mit schönen Kurven waren sehr kurzweilig. Die Gegend ist geprägt von Landwirtschaft. Korkeichen, Pinien, Schafe, Rinder und natürlich Wein sorgen für das Einkommen der Bewohner. Die Strecke führte Mitten durch die Weinregion Antelejo, die für ihre guten Weine bekannt sind.
Gegen 10:30 standen wir vor der Knochenkapelle. Wir konnten sogar direkt davor parken.
Wir betraten die Kirche durch das Portal. Die Seitennischen der Hauptkirche sind zum Teil sehr prächtig und imposant gestaltet. Aber die gesuchte Kapelle fanden wir nicht. Es stellte sich heraus, dass sie nur über einen Seiteneingang zu betreten war, wo wir 5€ pro Person Eintritt zahlen mussten.
Etwas mulmig wird einem schon, wenn man weiss, dass man gleich viele, viele menschliche Knochen sehen wird.
Wir waren sehr beeindruckt.
Die Kapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist Teil einer Klosteranlage der Franziskanermönche. Sie steht für die Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens.
Eigentlich ist sie aus der Not heraus entstanden. Damals hatte man auf Evoras Friedhöfen keinen Platz mehr. Man exhumiertes Verstorbene, um sie Gott näher zu bringen. Die Gebeine verbrachten die Mönche dann in die Knochenkapelle, wo sie sicher ruhen konnten.
Die Inschrift über dem Portal lautet übersetzt:
„Wir Knochen, die hier warten, warten auf die Euren.“

Nach dem Besuch der Kapelle fuhren wir an den größten, von Menschenhand erschaffenen See Europas, den Stausee Alqueva. Aufgestaut wird der Rio Guadiana. Der See wurde 2002 nach siebenjähriger Bauzeit eröffnet und ist heute sehr beliebtes Erholungsgebiet. Erste Pläne für dieses Projekt gab es bereits in den 1950er Jahren. Er versorgt heute eines der ehemals trockensten Gebiete Portugals mit Wasser. Aber auch hier sieht man sehr deutlich, dass viel Wasser im See fehlt.
Wir genossen den Ausblick auf einen großen Teil des Sees natürlich während der Fahrt und von dem Schloss Mourão, zu dem wir dann kamen.
Das Schloss wurde 1291-1357 erbaut und der Grenzregion zu Spanien geschuldet, hatte es eine bewegte Geschichte und immer wieder neue Besitzer. Man kann Spanien von hier aus sehen.
Heutzutage ist immer noch genutzte Kirche übrig, sowie die Grundmauern mit einem Teil der Türme. Die Kirchenzeit zur Besichtigung haben wir leider verpasst, aber auf dem Areal haben wir uns umgesehen und viele Bilder gemacht. Es ist unvorstellbar, was dieser Ort in den letzten 700 Jahren seit seiner Erbauung gesehen haben muss.

Auf der Rückfahrt bogen wir noch einmal von der Hauptstrasse ab. Eine kleine Strasse, die z.T. nur noch aus Schotter bestand führte uns direkt an den See.


Hier ist unsere Tour:
https://www.relive.cc/view/vwq1Rg9wpBv

Ein Gedanke zu „Knochenkapelle Evora und Stausee von Alqueva“

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