Die Fahrt nach von M´Hamid nach Ait Ben Haddou war nicht sooo weit. Knapp 280 Km lagen vor uns.
Die Strasse ab Zagora stieg sehr langsam an. Wie schon die Tage vorher gab es ein paar schöne Aussichten in die Täler. Ab Agdz nahm die Steigung deutlich zu. Der Atlas hatte uns wieder! Der Anstieg auf bis knapp 1700 Meter ging sehr schnell. Die Strasse war gut befahrbar. Die Landschaft wechselte immer wieder. Karge Ebenen mit einigen Grasbüscheln wechselten mit zerklüfteten Felsen und roter Erde. In manche Felsen hatte man die Straße einfach hineingesprengt und wir fuhren zwischen hohen Felswänden hindurch.
Viele kleine und große Touristenbusse waren hier unterwegs. Kleine Orte lagen auf dem Weg. Die ersten Häuser/ Kasbahs aus Lehm standen am Wegesrand. Einige waren verfallen, andere waren sehr schön restauriert. Der Höhenmesser fiel nicht mehr unter 1200 Meter.
Unser Ziel war Ait Ben Haddou. Unser Hotel La Rose du Sable liegt mitten im Ort und von der Dachterrasse können wir die Festung der alten Stadt sehen. Als wir am Nachmittag ankamen wimmelte es im Ort vor Touristen und Reisebussen. Überall lief arabische Musik, in den Bars tanzten Berber. Berber nennen sich übrigens selber so. Sie empfinden es nicht als Schimpfwort. Es herrschte Treiben, wie in einem Ameisenhaufen, ein absoluter Touri- Hotspot!
Der Empfang im Hotel war sehr freundlich. Unsere Motorräder stehen vor dem Haus unter der Kamera. Unser Zimmer ist eine kleine Besenkammer mit Balkon, aber sauber. Man merkt, dass es sich um ein Durchgangshotel handelt, in dem Touristen nur eine Nacht bleiben. Uns war aber nicht viel übrig geblieben, weil wir nicht so weit im Voraus buchen konnten. So bekamen wir das, was frei war.
Dies ist unsere Tour:
https://www.relive.com/de/view/vQvxk1LeY9q
Heute Morgen waren wir mit die ersten beim Frühstück. Wir wollten früh in der Festung sein, um dem Touristenmassen zu entgehen. Gegen 9:00 waren wir in der Kasbah. Viele Läden hatten noch geschlossen und die Menschen dort waren noch in ihrer Alltagskleidung unterwegs.
Ait Ben Haddou stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die Kasbahs sind traditionell aus Lehmziegeln gebaut. Entstanden war die Stadt als wichtiger Knotenpunkt Handelszentrum für Karavanen. Seit 1987 ist die gut erhaltene Stadt Weltkulturerbestätte der UNESCO und zieht jährlich hunderttausende Touristen an. Zum Teil laufen noch Restaurierungen in der Stadt.
Ait Ben Haddou war Kulisse für einige bekannte Filmproduktionen. Szenen aus „Gladiator“ und „Game of Thrones“ wurden hier gedreht.
Wir schlenderten durch die Gassen. Manchmal standen die Türen zu den Hinterhöfen noch offen und wir konnten einen Blick hinein werfen. Man liess uns in Ruhe schauen. Der Geschäftsmodus der Händler war noch nicht „an“. 😉
Da wir von vielen unserer Reisen Bilder als Souvenir mitbringen, schauten wir natürlich immer Mal, was die Shops so anboten. Nahe dem Tor, durch das der Gladiator in die Arena gegangen ist, fanden wir ein schönes Bild, das uns gefiel. Die erdigen Farben sind sehr schön. Der Künstler zeigte uns, wir diese Bilder entstehen. Das Papier wird mit Indigo, Tee, Zucker und Safran bemalt und über offenem Feuer geflammt.
Nach etwas einer Stunde waren wir ganz oben angekommen und die Stadt lag unter uns. Eine fantastische Aussicht! Wir entschieden uns, in einem der kleinen Cafés mit Dachterrasse einen Tee zu trinken und die Aussicht zu genießen. Ein älterer Herr lud uns ein, Platz zu nehmen. Er brachte Tee und etwas Knabberei und verschwand.



Als wir den Tee ausgetrunken hatten, suchten wir den Mann. Wir stiegen die kleine, zusammengezimmerte Treppe von der Dachterrasse hinunter und landeten in seinem Laden!




Frisch gestärkt gingen wir wieder hinunter in den Ort und bummelten durch das ´neue` Dorf. Mittlerweile waren die Touristenbusse angekommen und die Einheimischen hatten ihre Berbertracht angezogen.
Eine kurze Einkehr hielten wir noch im Guesthouse Bagdad Café. Das hätten wir gerne gebucht, es war aber nichts frei für unsere Daten. Die Chefin servierte uns auf der Dachterrasse eine gehopfte Kaltschale. Sie scheint die einzige im Ort zu sein, die Bier verkauft.
Wir haben noch einen kleinen Film mit den Bildern gemacht. Es waren zu viele, um sie hier alle einzustellen.
Wir haben es mit unserem Hotel aber sehr gut getroffen. Das Personal ist sehr aufmerksam. Immer wieder stellen Sie uns Tee oder Obst hin und fragen, ob alles in Ordnung ist. 👍
Morgen geht es wieder auf die Strasse.