Ein letztes Mal Fahrstuhl fahren mit dem Motorrad…. Bei bestem Reisewetter verabschiedeten wir uns von Santander. Bei wenig Verkehr kamen wir schnell aus der Stadt heraus. Nach einigen Kilometern durch Santander Vororte kamen wir auf sehr schmale, kleine Strassen. In einer ansteigenden, steilen Rechtskehre nach passierte es…. Gerald schaltete runter und statt des 1. Ganges geriet er in Neutral. Die Banquette war glitschig, deutlich niedriger, als die Strasse und die Strasse war am Rand ausgefranst. Er verlor das Gleichgewicht und trat auf der rechten Seite ins Leere! 😱
Das Motorrad lag halb auf dem grasbewachsenen Rand und Gerald lag daneben.
Wir beide schafften es mit viel Mühe, die voll bepackte Adventure gegen die Steigung wieder aufzurichten. Beim Versuch gestützt loszufahren fielen wir beide wieder um. Zack, da lagen wir im Graben! Wie zwei Käfer auf dem Rücken! 😳
So ging es nicht… Also musste das Gewicht der Adventure reduziert werden. Topcase und Koffer nahmen wir ab. Dann ging das Aufrichten leichter. Auch das Anfahren klappte diesmal. Es war nicht so einfach, auf der abschüssigen Strasse einen Platz zum Halten zu finden. Schließlich mussten wir die Koffer wieder anbauen. Aber es klappte. Nach etwa 1/2 h konnten wir weiterfahren. Die Sturtzpads und die Verstärkung für die Handprotektoren von Ali haben sich bezahlt gemacht. Weder der Gs, noch Gerald ist Schlimmeres passiert. Gerald hat sich nur beim Anheben der GS einen Muskelfaserriss zugezogen.
Fotos sparen wir uns an dieser Stelle! 😉😂
Weiter ging es durch Kurven und Kehren. So macher Scherz unterwegs half, das Erlebte zu verarbeiten. Als wir über eine Bergkuppe kamen, sahen einen riesigen See. Es handelte sich um den Stausee des Ebro. Er hat eine Fläche von 6253 Hektar und fasst 541 Kubikhektometer. Das sind 541000000000 Liter! Der Ebro hat eine Länge von 910 Kilometern und war uns schon öfter bei unseren Reisen in Nordspanien begegnet.
Wir umrundeten den See halb und auf der anderen Seite ging es wieder in die Berge hinauf.
Den ganzen Tag bewegten wir uns auf um die 1000 Höhenmeter. Durch Aragon, Castillien- Leon und Kastilien La Mancha fuhren wir. Unser erster Trip durch die La Mancha war tödlich langweilig, weil es nur geradeaus über abgeerntete Felder ging. Diesmal hatten wir eine bessere Route. Es waren immer wieder Kurven und wechselnde Landschaften. Was uns immer begleitete, war die rote Erde. Sogar die Häuser haben einen rötlichen Farbton.



Nach 360 Km erreichten wir unser Hotel. Diese Nach hatten wir uns auf dem Weingut Finca Torremilanos einquartiert. Wir gönnten uns ein leckeres Essen und eine gute Flasche Wein und schliefen, wie ein Stein.




Das ist unsere Tour:
https://www.relive.cc/de/view/vXOdpQmDBkO
Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg. Wir hatten über 400 Kilometer zu, nächsten Hotel vor uns. Kastilien zeigte sich, wie wir es kennen. Land- und Viehwirtschaft prägen das Bild. Doch dann hatten wir doch noch ein Highlight. Im April, auf dem Weg nach Cueca waren wir bereits hier durchgekommen. Nach dem Ort Molinos de Aragon, der von einer riesigen Festung beherrscht wird, fuhren wir wieder mitten durch den Geopark Molina Alto Tajo. Es ist eine spektakuläre Felsenlandschaft, die unter Schutz steht. Riesige Felsformationen erzählen von 650 Millionen Jahre Erdgeschichte. Und immer fließt der Tajo in der Nähe. Wir konnten uns gar nicht sattsehen! Ein paar Drohnenaufnahmen findet man hier bei Youtube.
Unser Video ist auch ohne Drohne gut geworden. 🤗
Es war wenig Verkehr. Aber vier Motorradfahrer waren ausser uns dort unterwegs. Wer in der Nähe ist, sollte sich diese Strasse nicht entgehen lassen! Ein klares Must- See‼️
Gegen 15 Uhr erreichten wir unser Hotel Finca la Estacada in Tarraćon. Wie das vorige ist dies auch ein Weingut, das ein Hotel betreibt. Kaum hatten wir unsere GS abgestellt, fiel der Blick auf den Hinterreifen der Adventure. Wir konnten die Karkasse sehen und Stahlfäden schauten aus dem Reifen. 👀
Der Conti Trail Attac 3 war total auf! Er hatte keine 8000 Km gehalten. Entsetzt überlegten wir, was wir tun sollten….. Wir checkten im Hotel ein, brachten unsere Sachen auf´s Zimmer und googelten. Im nächsten Ort fanden wir im Netz einen Reifenhandel. Der Mann war total nett. Er hatte sogar einen Kombi von Conti an. Einen Reifen konnte er aber nicht aufziehen…. nur Autos… Aber er gab uns den Tipp, dass auf der anderen Strassenseite jemand wäre, der uns helfen könne. Wir fuhren hin und warteten 1/2 h vor der Tür. Eigentlich sollte geöffnet sein…. Also nahmen wir wieder das Handy zur Hilfe und suchten weiter. 43 Km entfernt fanden wir im Netz Benito, einen Motorradmechaniker. Komisches Gefühl mit offener Karkasse zu fahren!
Benitos Werkstatt lag mitten in der Altstadt. Aber auch er konnte nicht helfen. Er wechsele keine Reifen. Aber er kennt jemanden, der das macht! Es gab uns die Adresse bei Google ins Handy ein und wir fuhren weiter. Hoffentlich hat er auch wirklich auf!! Vielleicht hat er Geburtstag und heute zu!?!? Was einem nicht alles so durch den Kopf geht…..😵💫
Als wir ankamen, war das Tor der Halle offen. Wir fuhren hinein. Nach kurzer Unterhaltung begutachtete der Mechaniker den Schaden und meinte, er könne zu morgen Vormittag einen Reifen besorgen und montieren! Wenn, dann wollten wir natürlich beide tauschen. Er telefonierte mit seinem Lieferanten und tatsächlich gäbe es einen Satz Reifen für die GS, der verfügbar war. Conti gab es nicht. Es wurde der Dunlop Roadsmart IV. Da haben wir wirklich Glück gehabt, dass das so geklappt hat!
Wir ließen die Adventure dort stehen und fuhren mit der Triple Black zum Hotel zurück. Nun brauchten wir eine Nacht mehr. Wir hätten die Tour am nächsten Tag nicht mehr geschafft, wenn wir vorher noch das Motorrad abholen würden. Zum Glück hatte das Hotel noch ein Zimmer für uns frei.
Entspannt konnten wir dann am Abend unser Menü und natürlich den Wein genießen.
Heute Vormittag um 11 Uhr war die GS fertig. Autocenter Marqueta hat uns gerettet! Vielen Dank! 🙏
Dies ist unsere Tour:
https://www.relive.cc/de/view/vr63gMxRm86